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VOB empfiehlt klare Entscheidungen und verantwortungsvolles Handeln für die Lernenden aus der derzeitigen Jahrgangsstufe 10 und der derzeitigen Abiturjahrgangsstufe

Am 21. März hat die Bildungssenatorin eine Entscheidung zu allen bis zum Beginn der Osterferien anstehenden Prüfungen in der Jahrgangsstufe 10 und im Abitur getroffen. Diese Entscheidung ist verantwortungsvoll und sie war dringend notwendig. Für die VOB habe ich als Sprecher am Wochenende Anfragen von Medien beantwortet und diese Antworten fanden Eingang in u.a. folgende Berichterstattungen:

https://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-protesten-von-schuelern-und-schulleitern-scheeres-verschiebt-msa-und-abiturtermine/25668132.html

https://www.berliner-zeitung.de/lernen-arbeiten/berliner-schulleiter-fordert-verzicht-auf-abiturpruefungen-li.79268

Das „Neue Deutschland“ wird morgen u.a. schreiben:

Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren des Landes Berlin, fordert weitergehende Lösungen und Entscheidungen von der Senatorin: „Man sollte nicht so tun, als ob wir weiter auf Sicht fahren können.“ Die Abiturprüfungen zu verschieben, sei zwar „richtig“ und „verantwortungsvoll“. Gleichwohl betreffe die Neuregelung nur die Prüfungen vor den Osterferien. Und die danach? „Wann soll hier eine Entscheidung fallen?“, fragt Treptow. „Ich sage: Es muss eine Reißleine gezogen werden.“ Eine Möglichkeit sei der generelle Verzicht auf die Prüfungen im aktuellen Jahrgang. Das Abitur würde dann auf Grundlage der Noten aus den vier Oberstufensemestern vergeben werden. „Es ist Zeit, jetzt umzusteuern.“

Leider haben seit Beginn der Krise um das Virus in Berlin weder die Senatorin noch die Staatsekretärin irgendeine Form von direkter Beratung durch den Vorsitzenden des Verbandes, in dem es die meisten Expertinnen und Experten bezüglich der Prüfungen im Land Berlin gibt, angestrebt. Leider haben die politischen Verantwortlichen auch nicht zu den von mir bereits schon am 12./13.03.2020 abgegebenen Empfehlungen an die Verwaltung das Gespräch gesucht. Bereits damals habe ich empfohlen, das „Fahren auf Sicht“ zu beenden und grundlegend „umzusteuern“ sowie dafür insgesamt vier mögliche Szenarien entworfen. Gleichzeitig habe ich betont, wenn man nicht sofort umsteuere, werde es beim Abitur auf die Grundsatzentscheidung hinauslaufen, das Abitur 2020 ausschließlich auf der Grundlage der Leistungen in den vier Qualifikationssemestern verteilen zu müssen.

Die Entscheidung der Senatorin von vorgestern ist leider noch immer ein „Fahren auf Sicht“. Den jungen Berlinerinnen und Berlinern, die mit einem Bildungsabschluss die Berliner Schule nach dem Ende der Schulpflicht bzw. nach dem Besuch der gymnasialen Oberstufe verlassen wollen und die Zukunftspläne auch für die Zeit nach der Corona-Krise haben, ist es nach Auffassung der Mitglieder der VOB jedoch zu wünschen, dass nunmehr festgelegt wird, wie die Bildungsabschlüsse Berufsbildungsreife, erweiterte Berufsbildungsreife, Mittlerer Schulabschluss und Abitur in diesem Jahr vergeben werden. Mit diesen ausstehenden Festlegungen kann man nun einfach nicht mehr warten bis „der Nebel verzogen“ ist und ein schrittweises (derzeit noch nicht einmal definierbares) Einsteigen in das öffentliche Leben möglich und vollzogen sein wird. Mindestens meine Vorschläge liegen nunmehr schon lange genug auf dem Tisch, an dem man noch immer nicht miteinander gesprochen hat.

Für die Mitglieder der VOB plädiere ich mit Blick auf das Abitur, das unter den gegebenen Umständen verantwortlich vergeben werden kann, dafür, nicht stigmatisierende Begriffe zu verwenden. Das sind wird den Abiturientinnen und Abiturienten Berlins des Jahres 2020 schuldig. Diese werden ein vollwertiges Abitur erhalten und zwar auf der Grundlage dessen, was jetzt definiert werden muss.