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VOB fordert andere Regelungen bezüglich der Sommerferien – Berlin soll in der KMK und im Bundesrat initiativ werden

Die VOB hat sich anlässlich ihrer Herbsttagung am 18./19.09.18 auch mit dem Thema der rotierenden Ferienzeiten und deren Auswirkungen auf die Länge des Unterrichts in der Qualifikationsphase und auf die Organisation des Schuljahres beschäftigt. In diesem Zusammenhang wurde beschlossen:

Die VOB fordert den Senat von Berlin auf, sich in der KMK und im Bundesrat dafür einzusetzen, die Rotation der Ferienzeiten (speziell der Sommerferien) zugunsten fester Sommerferienzeiten zu beenden, um einen vergleichbaren Umfang der in jedem Schuljahr zur Verfügung stehenden Unterrichtszeit und vergleichbare Schuljahresabläufe zu ermöglichen. Eine Gruppierung der Bundesländer erscheint dafür sinnvoll.

Hintergrund:

Nur die Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg haben feste Sommerferienzeiten, die den August und zwei Septemberwochen umfassen. Alle anderen Bundesländer haben rotierende Ferienzeiten. Diese Rotation führt zu erheblichen Komplikationen.

Da eine einheitliche Ferienordnung für die gesamte Bundesrepublik, vergleichbar mit den zentral festgesetzten Ferienzeiten für ganz Frankreich, nicht zu erwarten ist, sollte im Interesse der Organisierbarkeit der Schuljahresabläufe und insbesondere der Prüfungen, aber vor allem auch im Interesse der Lernenden die Rotation der Sommerferienzeiten beendet werden.

Aus der Sicht der Lernenden betrifft die unterschiedlich lange Lernzeit in den Qualifikationssemestern Q1 bis Q4 Jugendliche aller Bundesländer, außer eben in Baden-Württemberg und Bayern. Sie betrifft vor allem auch für Jugendliche eines Abiturjahrgangs zu: Denn in Abhängigkeit von den jeweiligen Ferienzeiten kann es sein, dass Jugendliche im Bundesland A insgesamt bis zu neun Wochen weniger Unterricht in den vier Semestern der Q-Phase hatten als Jugendliche im Bundesland B. Dennoch müssen sich die Jugendlichen in den Bundesländern A und B gleichen Abituranforderungen stellen. Die unterschiedliche Anzahl der Unterrichtswochen in den Bundesländern mit rotierenden Ferienzeiten in jeweils zwei aufeinanderfolgenden Schuljahren (65 bis 75) ist ein nicht mehr übersehbarer Fakt. Als Vergleich eignen sich die i.d.R. konstanten 72 Unterrichtswochen in BW/BY. In Berlin umfassten die vier Semester zuletzt in „ungünstigen“ zwei Schuljahren insgesamt acht Unterrichtswochen weniger als in zwei „günstigen“ Schuljahren (bezüglich der rotierenden Ferienzeiten).

Gruppiert man die Bundesländer, können diese immer noch an z.B. vier verschiedenen Zeitpunkten mit den Sommerferien beginnen und enden.

Auch bezüglich der Anzahl der Unterrichtswochen in der Qualifikationsphase zum Abitur muss eine normierende Regelung gefunden werden

VOB fordert Veränderungen beim Praxissemester und beim Vorbereitungsdienst

Die VOB hat sich anlässlich ihrer Herbsttagung am 18./19.09.18 mit den o.g. Themen beschäftigt. In diesem Zusammenhang sind folgende Beschlüsse getroffen worden:

  • Die VOB schlägt vor, die Vorbereitungslehrgänge der Mentorinnen und Mentoren für die Betreuung der Studierenden im Praxissemester zukünftig in die Hände der Seminarleiter zu geben und nicht bei den Universitäten zu belassen. Die Universitäten sollen das Praxissemester begleiten, die Seminarleiterinnen/Seminarleiter und die Mentorinnen/Mentoren sollen die Verzahnung des Praxissemesters mit dem zukünftigen Vorbereitungsdienst sicherstellen.
  • Die VOB setzt angesichts des neuen Einstellungstermins für den Vorbereitungsdienst im Oktober ihren Beschluss aus, die SEN BJF aufzufordern, Einstellungen zum Vorbereitungsdienst ausschließlich für den Februar vorzunehmen.
  • Die VOB fordert die SEN BJF nochmals auf, die Zusammensetzung der Staatsexamensnoten neu zu regeln. Diese sollten sich zukünftig nach dem Schlüssel 40% für die Vornote, 20 % für jede Unterrichtsstunde und 10% für jede Modulprüfung berechnen. Außerdem soll auch bei der Bewertung der Stunden zukünftig die Note nach dem arithmetischen Mittel bestimmt werden.
  • Die VOB fordert die SEN BJF auf, bei jeder beabsichtigten Umwandlung eines Vorbereitungsdienstes einer Lehramtsanwärterin/eines Lehramtsanwärters (LAA) in einen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst die betroffene Schule aktiv zu unterstützen. Es muss im Interesse der Lehrkräfteversorgung des Landes Berlin sein, die unbefristete Einstellung dieser LAA gleichwertig zur Einstellung von Laufbahnbewerbern zu definieren.

VOB fordert Neuordnung der Schulaufsicht in Berlin

Die VOB hat sich anlässlich ihrer Herbsttagung am 18./19.09.18 mit der Struktur und den Aufgaben der Schulaufsicht auseinandergesetzt. In diesem Zusammenhang sind folgende Beschlüsse getroffen worden:

Die VOB empfiehlt eine Stärkung der zentralorganisierten Unterstützungs- und Beratungssysteme mit hoher fachlicher Expertise bei gleichzeitiger Abschaffung der regionalen Schulaufsichten. Sie fordert die Bildungssenatorin auf, mit diesem Ziel die Bildungsverwaltung zu reformieren.

Die VOB fordert eine Stärkung der Schulleitungen durch die Ausweitung der Dienstvorgesetztenaufgaben (z.B. bei Stellenbesetzungsverfahren und bezüglich der Durchführung von Disziplinarverfahren) ein.

Die VOB erneuert ihre Forderungen bzgl. eines Stundenpools für Leitungsaufgaben. Dazu wird auf das von der VOB vorgelegte Konzept zu einem „Kontingent Leitungszeit“

Die VOB schlägt im Zusammenhang mit einer Abschaffung der regionalen Schulaufsichten und damit der Außenstellen der für die Bildung zuständigen Senatsverwaltung in den Bezirken die Einführung von schulischen Personalräten

Die VOB fordert die Zusammenführung der Messinstrumente für Schulqualität (z.B. Prüfungsdaten, Indikatoren für die Schulentwicklung, Ergebnisse der Schulinspektion) zu aussagekräftigen Rückmeldungen für die einzelne Schule.

Herbsttagung der VOB

Die VOB tagte am 18./19.09.18 in Kloster Chorin.

Zuerst hier einige Stimmungsberichte zu der Tagung:

Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, …

In direkter Nachbarschaft zum Kloster Chorin erlebten wir zwei wunderschöne Spätsommertage, an denen vor allem der fachlich-kollegiale sowie auch der persönliche Austausch gepflegt wurde. Im Rahmen des kulturellen „Begleitprogramms“ konnten wir darüberhinaus auch eine professionelle und unterhaltsame Führung durch das Kloster erleben und in der Klosterkirche wurde dann wirklich auch gesungen!
Die klare Struktur der Tagung und die angenehme Umgebung führten zu zahlreichen fachlich fundierten Beschlüssen, die an die Berliner Schulpolitik weitergegeben werden.
Ein ganz herzliches Dankeschön gebührt dem VOB-Vorstand für die perfekte Organisation dieser Tagung!“

Birgit Nicolas, OStD‘ a. D.

Zwei Sommertage in Chorin bringen das Berliner Gymnasium voran – wenn nur ein Teil der Beschlüsse vom 19. September von der Senatsschulverwaltung übernommen wird.

Bei herrlichem Wetter in wunderschöner Umgebung fand die diesjährige Herbsttagung unserer VOB im Hotel Haus Chorin statt. Die Unterbringung in Einzelzimmern  und eine abwechslungsreiche, schmackhafte Verpflegung stellten den äußeren Rahmen dar, in dem sich die Kolleginnen und Kollegen wohlfühlen konnten. Nach einem Impulsvortrag durch den Vorsitzenden       wurde in 5 Gesprächsgruppen intensiv gearbeitet, deren Ergebnisse in etliche Anträge an die Senatsverwaltung mündeten.

Die Nähe zum Kloster Chorin ermöglichte eine kompetente Führung durch das Kloster mit einem anschließenden sehr schönen Konzert für unsere Gruppe in einem restaurierten Kirchenraum des Klosters.

Die alljährliche Herbsttagung ist immer wieder eine sehr gute Gelegenheit in entspannter Atmosphäre den Austausch zu allen möglichen fachlichen oder privaten Themen zu pflegen. Als Ruheständler fällt auf, wie viele neue Gesichter in relativ kurzer Zeit den Kreis prägen. der gemeinsame Wille , das Berliner Gymnasium zu erhalten und weiterzuentwickeln verbindet uns alle. Ein großes Dankeschön gilt dem Vorstand für die Organisation dieser gelungenen Tagung.“

Michael Frank; OStD a.D.

 

Zu Beginn der Tagung hielt der Vorsitzende der VOB, OStD Ralf Treptow, eine Rede. Das Manuskript der Rede, die in einigen Passagen von dem Manuskript abwich, finden Sie hier.

Die Beschlüsse der Tagung werden in einzelnen Beiträgen veröffentlicht.

 

Stärkung der politischen Bildung

Am 24.01.18 hat die Senatorin für Bildung, Frau Scheeres, im Beisein von vier Schülervertretern erläutert, wie die politische Bildung in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 an den Berliner Schulen gestärkt werden soll. Die Pressemitteilung der Bildungsverwaltung dazu finden sie hier und die Pressemitteilung der VOB zu dem Thema finden Sie hier.

Noch am gleichen Tag hat sich der Vorsitzende der VOB an die Pressestelle mit folgendem Wortlaut gewandt:

„Sehr geehrte….,

heute am Morgen hat mich ….. über das informiert, was die Senatorin zur Stärkung der politischen Bildung vor gut einer Stunde verkündet hat. Ihre PM lese ich ergebnisorientiert erfreut. Befremdlich finde ich, dass die Beteiligung der VOB an der verkündeten Lösung mit keinem Wort erwähnt wird.

Ich möchte daran erinnern, dass in der Runde des StS mit den Schulleitungsverbandsvorsitzenden noch im Dezember Lösungen vorgestellt wurden, denen insbesondere die VOB sofort und klar widersprochen hat und die weit von dem entfernt waren, was heute verkündet wurde. Ich möchte daran erinnern, dass die VOB mit ihren Vorschlägen aus der Mitgliederversammlung vom Januar, die mit viel Aufwand vorbereitet und großem Engagement der Mitglieder abgehalten wurde, sehr nah an dem heute Verkündeten war (was man von der Stellungnahme der von Ihnen erwähnten Fachverbände nicht sagen kann).

Das alles kann in einer PM der SEN BJF ignoriert und gegenteilig dargestellt werden; wertschätzend wird es von den in der VOB engagierten Schulleiterinnen und Schulleitern wahrscheinlich nicht wahrgenommen.

Mit freundlichen Grüßen

…“

Die Berichterstattung des Tagesspiegels finden Sie hier.

Der Dachverband der VOB, die BDK, tagte in Erfurt

Der Dachverband der VOB, die Bundesdirektorenkonferenz (BDK), tagte vom 27.-30.09.17 in Erfurt. Die VOB wurde durch ihren Vorsitzenden, Ralf Treptow (seit 2011 Stellvertreter des Bundesvorsitzenden der BDK), vertreten.

Die BDK hat eine Entschließung zum Abitur in Deutschland abgegeben.

Betrachtet man die in der Entschließung enthaltenen Forderungen der BDK bezüglich der Berliner Realität, so ist festzustellen:

  1. Auch in Berlin wurde der gemeinsame Aufgabenpool, aus dem sich die Bundesländer 2017 erstmals für die in dem jeweiligen Bundesland gestellten Abituraufgaben „bedienen“ konnten, als wenig hilfreich für die Vergleichbarkeit des Abiturs in Deutschland wahrgenommen.
  2. Berlin hat zum Glück an dem System aus Leistungs- und Grundkursen festgehalten. Berlin hat sogar mit der für alle Schulen, die zum Abitur führen, neu eingeräumten Möglichkeit, für die Lernenden an der jeweiligen Schule das Modell einer Wahlmöglichkeit zwischen der Belegung von zwei oder auch drei Leistungsfächern zu installieren, die Möglichkeit der Profilbildung entsprechend der Begabung und der Neigungen der Lernenden gestärkt. Die VOB sagt dazu: „Bravo!“. In Berlin nimmt man auch erfreut zur Kenntnis, dass das Bundesland Brandenburg zu dem System mit fünfstündigen Leistungsfächern und dreistündigen Grundkursfächern zurückkehren wird.
  3. In Berlin umfasst die Abiturprüfung (wie von der BDK gefordert) drei schriftliche und zwei mündliche Komponenten, davon eine mündliche Prüfung.
  4. In Berlin gibt es (ebenfalls wie von der BDK gefordert) die fünfstündigen Kurse auf erhöhtem und die dreistündigen Kurse auf grundlegendem Anforderungsniveau und dafür eine äußere Differenzierung durch das Angebot von Grund- und Leistungskursen.

Berlin sollte sich, wie von der BDK gefordert, in der KMK für folgende Veränderungen (erneute Forderung der BDK nach einer Reform des Abiturs in Deutschland) einsetzen:

  • Sämtliche Prüfungsformate sind in Anspruch und Durchführung klar bundeseinheitlich zu definieren.
  • Zukünftig sollen von Deutsch, Mathematik, einer fortgeführten Fremdsprache und (neu!) einer der Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik drei Fächer in der Abiturprüfung enthalten sein.
  • Alle de facto eingesetzten schriftlichen Abituraufgaben müssen zentral auf die Erfüllung der in den einheitlichen Prüfiungsanforderungen (EPA) definierten Standards, auf die sich die Bundesländer in der KMK geeinigt haben, durch unabhängige länderübergreifende Fachgremien überprüft werden. Dadurch kann die Fehlentwicklung bezüglich des Aufgabenpools und der „über das Knie“ gebrochenen Verinbarungen auf einheitliche Prüfungstermine, die es Bundesländern mit rotierenden Ferienzeiten fast unmöglich machen, vernünftige Abläufe und Terminsetzungen für alle Abiturprüfungskomponenten zu finden, gestoppt werden. Kurz: Nicht vorher etwas in einen Pool werfen, dann irgendetwas entnehmen (und dann auch noch verändern können), sondern die tatsächlich eingesetzten Aufgaben auf die Qualität überprüfen und damit zu einer Vereinheitlichung des Abiturs in Deutschland durch einen „Prüfungs-TÜV“ beitragen!

Im Zusammenhang mit allen in Erfurt in der BDK diskutierten Themen, die die Zukunft des Abiturs in Deutschland betreffen, steht auch der auf dieser website enthaltene Aufsatz des VOB-Vorsitzenden. Dieser wurde in Erfurt ausführlich diskutiert.

Die website der BDK ist hier erreichbar.

Herbsttagung der VOB in Kloster Zinna

Am 12./13.09.17 führte die VOB ihre Herbsttagung 2017 in der „Alten Försterei“ in Kloster Zinna durch.

Die Teilnehmer begrüßten dabei zu einem intensiven Gedankenaustausch den Staatssekretär für Bildung, Mark Rackles, und dankten ihm für den offenen Dialog. Das Laufband der Homepage dieser website zeigt ein Bild des Staatssekretärs mit den Teilnehmer der Tagung.

Während der Tagung wurden folgende Themen intensiv in Arbeitsgruppen diskutiert:

  • Die Besetzung der Funktionsstellen an den Berliner Gymnasien und die gewünschten Veränderungen bei der Neugestaltung der VV Zuordnung
  • Das Berliner Gymnasium und der Ganztagsbetrieb
  • Die Möglichkeit der Aufnahme von Absolventen der ISS an den Gymnasien für alle noch drei zu besuchenden Jahre in der SEK II
  • Das Angebot der Wahlmöglichkeit zwischen der Belegung von zwei bzw. drei Leistungsfächern
  • Die Jahrgangsstufe 10 an den Berliner Gymnasien als E-Phase und damit erstem Jahr der dreijährigen gymnasialen Oberstufe
  • Profilierungsmöglichkeiten der Lernenden an den Berliner Gymnasien in den Jahrgangsstufen 8 und 9
  • Externe Evaluation (Schulinspektion) und interne Evaluation an den Berliner Gymnasien
  • Schulprogramm und schulinternes Curriculum (SchuP und SchiC)
  • Kontingent Leistungszeit entsprechend des schon vorliegenden Vorschlages der VOB
  • Die gewünschten Veränderungen bei der Neugestaltung der VV Dienstliche Beurteilungen

Die Sprechergruppe hat von den Tagungsteilnehmern viele Anregungen für ihr Wirken bezüglich der genannten Themen erhalten. Gleichzeitig hat sich die Tagung darauf verständigt, dass sich die nächste Mitgliederversammlung der VOB mit dem Thema „Aufgaben der regionalen Schulaufsicht und Zusammenarbeit der regionalen  Schulaufsicht mit den Schulleitungen vor Ort“ beschäftigt.

Anhörung zum neuen Rahmenlehrplan von 1 bis 10 für Berlin und Brandenburg im Abgeordnetenhaus

Am 29.06.17 fand im Schulausschuss des Abgeordnetenhauses eine Anhörung zu diesem Thema statt. Neben der Schulleiterin der Wilhelm-von-Humboldt-Gemeinschaftsschule, Frau Bauch, und dem Leiter des LISUMs, Herrn Dr. Bieber, wurde auch der Vorsitzende der VOB angehört. Das Manuskript seiner Stellungnahme finden Sie hier.

Im Anschluss an die drei Stellungnahmen ergab sich eine muntere Diskussion im Rahmen der Anhörung. Alle drei Anzuhörenden hatten dabei jeweils noch einmal die Gelegenheit zu einem Redebeitrag. Wenn das Wortprotokoll dieser Ausschussitzung vorliegen wird, wird es hier einen Link dazu geben.

Den Vergleich der Berliner Gymnasien mit dem VW-Diesel-Motor durch die Vertreterin der LINKEN im Ausschuss wies als erster der Abgeordnete Freesdorf (FDP) entschieden zurück. Von Vertretern aus den Regierungsfraktionen wurde der einheitliche Rahmenlehrplan von 1 bis 10 auch deshalb begrüßt, weil es nun eine Grundlage dafür gäbe, in der Grundschule Versäumtes danach aufzuarbeiten. Gleichermaßen wurde von diesen Vertretern nun ein einheitlicher Rahmenlehrplan auch für die Oberstufe angefragt. Der Bildungsstaatsekretär, Mark Rackles (SPD), wies auf den sehr langen Anhörungsprozess für den Rahmenlehrplan 1 bis 10 hin.

Dazu ist anzumerken:

  1. Die Abgeordnete Kittler (DIE LINKE), die den oben erwähnten Vergleich tätigte, hatte offensichtlich das vom VOB-Vorsitzenden benutzte Bild von den verschiedenen Automodellen und dem einheitlichen Motor nicht verstanden. Denn in diesem Bild wären die Berliner und die Brandenburger Grundschulen, die Berliner und die Brandenburger Gymnasien, die Berliner ISS’n und die Brandenburger Ober- und Gesamtschulen die verschiedenen Automodelle und der „Einheitliche Rahmenlehrplan von 1 bis 10 für Berlin und Brandenburg“ der einheitliche Motor, dessen Einbau vom VOB-Vorsitzenden kritisiert wurde.
  2. Die Zusammenführung der bisher getrennten Rahmenpläne für die Grundschulen und die Oberschularten damit zu begründen, dass nun an der Grundschule Versäumtes an den Oberschulen besser nachzuarbeiten sei, entfaltet eine sehr eigentümliche Logik. Die Berliner und Brandenburger Gymnasien kämen jedenfalls nie auf die Idee, nun müssten auch ihre Lehrpläne mit den der Universitäten zusammengeführt werden. Vielmehr ist und bleibt es Anspruch der Gymnasien, ihren Absolventen nicht nur die Hochschulzugangsberechtigung zu attestieren, sondern sie auch umfassend auch auf ein Hochschulstudium vorbereitet zu haben.
  3. Die Forderung nach einem einheitlichen Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe für Berlin und Brandenburg zeigt ein erschreckendes Maß an Unkenntnis der Einfordernden an. Offensichtlich ist diesen entgangen, das Berlin und Brandenburg derzeit völlig unterschiedliche Formen der vier Qualifikationssemester für das Abitur anbieten. Berlin setzt auf die bewährten Grund- und Leistungskurse, während Brandenburg erst in einigen Jahren zu diesem Prinzip zurückkehren möchte. Offensichtlich blenden die Einfordernden auch aus, dass Berlin noch immer nicht die nach KMK-Vereinbarung grundsätzlich dreijährige gymnasiale Oberstufe im Schulgesetz verankert hat und Berlin nach wie vor eine „zweijährige Oberstufe an den Gymnasien“ regelt und damit gegen die KMK-Vereinbarung verstößt. Ebenso wird ausgeblendet, dass der „Einheitliche Rahmenlehrplan von 1 bis 10 für Berlin und Brandenburg“ in der Niveaustufe H bereits jetzt das regelt, was an den Berliner ISS’n und den Brandenburger Ober-und Gesamtschulen (erst) in der Jahrgangsstufe 11 zu erreichen ist.
  4. Der Bildungsstaatssekretär hat mit der sehr langen Anhörungsphase selbstverständlich recht. Gleichermaßen greift dieser Hinweis den eigentlichen Kritikpunkt nicht auf. Denn es gab eben vorher keinen gesellschaftlichen Kompromiss dafür, die Rahmenpläne für die Grundschule und die einzelnen Oberschulformen in einem einheitlichen Rahmenlehrplan für die Jahrgangsstufen 1 bis 10 zusammenzufassen. Dieser Paradigmenwechsel wurde öffentlich erst bekannt, als der erste Entwurf vorlag, der dann – und das ist korrekt – eine sehr lange Anhörungsphase durchlief.

Der VOB-Vorsitzende hatte im Meinungsbildungsprozess in der Vereinigung immer die Haltung vertreten, Berlin (ggf. auch Berlin und Brandenburg gemeinsam) benötigt (benötigen)

a) einen Rahmenplan für die Berliner (und ggf. auch Brandenburger) Grundschule von 1 bis 4,

b) einen Rahmenplan für das Berliner (und ggf. auch für das Brandenburger) Gymnasium für den durchgängigen gymnasialen Bildungsgang von 5 bis 12, der für die Berliner (und ggf. auch Brandenburger) Grundschule die Orientierung für das in den Jahrgangsstufen 5 und 6 zu Erreichende darstellt,

c) einen Rahmenplan für die Berliner ISS (und ggf. auch für die Brandenburger Ober- und Gesamtschulen) für deren Bildungsgang von 7 bis 10,

d) einen Rahmenplan für die dreijährige gymnasiale Oberstufen in den Jahrgangsstufen 11 bis 13 für die gymnasialen Oberstufen an den Berliner ISS und an den Berliner OSZ (und ggf. für die Brandenburger Oberstufen, die in zum Abitur in der Jahrgangsstufe 13 führen).

 

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